Liebeserklärung an alle Pferde dieser Welt
Verschüttete Erinnerungen
Der vergessene Geruch unserer Städte
Duft in die Städte
Durch die hier beschriebenen fröhlichen Freuden, mannigfache und vielseitige Einsatzmöglichkeiten von Rossäpfeln, würden unsere Städte endlich auch wieder ein wenig von dem Duft durchzogen, wie er sicherlich bis in die dreißiger Jahr des vorigen Jahrhunderts typisch war, noch länger auf den Dörfern, und wie er erst mit der Motorisierung der Landwirtschaft verschwand. Noch in den fünfziger Jahren waren viele Fuhrwerke in den Städten unterwegs. Tausende von Jahren haben Pferde uns begleitet. Was wären wir ohne sie?
Zweitausend Jahre lang, in unseren Städten, bevor Benzinschwaden, die nicht bio sondern krebserregend sind, und gegen die Weißwascher, Putzfimmel- und Hygienefanatiker seltsamerweise keinen Ekel empfinden, ihn ablösten.
Plädoyer zur Rückkehr der Rösser
Seltsames, emsiges Tun ist heutzutage zu beobachten, wenn der pferdebetriebene Bierwagen* der Ganterbrauerei - der einzig verbliebene in ganz Deutschland ! - in der Freiburger Innenstadt seine Fässer ausliefert und die schweren Belgier mal ein paar Äpfel fallenlassen.
Augenscheinlich sind die Kutscher gehalten, sie gleich einzusammeln, was sie mittels Besen, Schippe und Eimer tun.
Warum? Wer würde erwarten, seine Abgase einsammeln zu müssen? Nachweislich Gift, krankheitserregend, tödlich.
Warum reicht es nicht, wenn die Stadtreinigung vorbeikommt und das, wie auch alles andere, routinemäßig entfernt? So wie zur Zeit der Fuhrwerke üblich. Warum muss emsig gefegt, geschrubbt und geputzt werden, bis alles aus dem Blickfeld ist?
Immer wieder werden Argumente wie Gesundheit bzw. Krankheits- und Ansteckungsgefahren, Bakterien u.ä. von Gesundheitsaposteln angeführt, deren Nachwuchs häufig dank steriler Aufzucht - na was wohl? - krank ist, nämlich unter Allergien leidet. In Europa stirbt auch niemand mehr an Bakterien und Viren. Die Seuchen sind besiegt. Wir sterben an Krebs.
Gesundheitsschädlich sind Rauchen, Alkohol, die Pestizide auf Salat und Paprika und selbst Lesen bei schlechtem Licht, mit dem man sich die Augen verdirbt. Ja, selbst der Schluck aus der "neutralen" Plastikflasche.
Was also ist anders? Welcher ist der alles entscheidende Unterschied? 
Nun, bei Gift, Chemie, Atom treten nicht dieselben Affekte, dieselben starken Abwehrreaktionen auf, Ekel nämlich. Warum nicht? Rauch bei anderen mag Unbehagen erzeugen, man mag sich belästigt fühlen, aber man verspürt hier, wie auch beim Anblick eines Atomkraftwerks keinen Ekel.
Was ist Ekel ? Welche Funktion hat er?
Er ist ein psychischer Mechanismus, der vor - verbotenem - Interesse schützt.
Bestellen nicht vergessen!
A propos Pferdemist: Die meisten Menschen, alle anständigen also, empfinden den Geruch von Pferden und den ihrer Äpfel eher als angenehm, Miststücke dagegen als unangenehm, so dass sie leicht identifizierbar sind - ähnlich wie Vampire, die bekanntlich keinen Schatten werfen - und sich folglich mittels Mistgeschenks leicht bestrafen lassen.
Äußerst unangenehm hingegen werden die Hinterlassenschaften von Fleisch- und Allesfressern beurteilt, wie Hund, Katze, die viele SICH FREIWILLIG - für die Tiere aber mit ZWANG verbunden - in der WOHNUNG halten (?!), und das, ohne verhaftet zu werden, darunter auch die naher Verwandter. Dabei ist die Verwandtschaft derartig eng, das letztere uns als Ersatzteillager dienen werden.
Wie haben wir es ihnen, den Pferden, gedankt, dass sie uns getragen, gefahren, uns gezogen, unsere Lasten befördert, den Boden bearbeitet, für unsere Nahrungsmittel gesorgt und unsere Kriege mit ausgefochten haben, oft geschunden und gequält? Stumm, denn sie sagen ja nichts.
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* Fuhrwerke: Das verhält sich so, als würde in etwa 70 Jahren noch ein einziger LKW regelmäßig im Land Waren ausliefern, während eine handvoll weiterer zu dekorativen Zwecken, Festen usw. unterwegs wären. Kann man sich das vorstellen? Wo sind unsere Pferde geblieben? Wäre uns etwas erspart geblieben, hätte das Erdöl sie nicht verjagt? Immerhin ein phantasievolles Gedankenspiel.
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